Beginne nicht zu grob, um unnötige Krater zu vermeiden, und wechsle erst dann die Körnung, wenn Schleifriefen gleichmäßig sind. Schütze Kanten mit Korkleisten, nutze Schleifhilfen für Profile und kontrolliere regelmäßig im Streiflicht. Porenfüller und Schellack als Sperrgrund verhindern das Durchbluten alter Harze. Nach dem Zwischenschliff entstaubst du gründlich mit leicht angefeuchtetem Tuch. Diese nüchterne Routine spart Zeit, vermeidet Wellblechflächen und bereitet die Bühne für gleichmäßige Farbe oder klaren, tiefen Glanz.
Kreidefarbe liefert samtige Tiefe und verzeiht Pinselspuren, Beize betont Maserung und Alter. Probiere Ton-in-Ton-Lasuren, gebrochene Pastelle oder mutige Kontraste an Schubladenfronten. Layering erzeugt Geschichte, ohne künstlich zu wirken. Ein alter Nähtisch wurde so vom dunklen Klotz zum luftigen Akzent: gebeizter Deckel, milchig gestrichener Korpus, griffbereit geölte Kanten. Teste Farbkarten im Raumlicht, denn Warmweiß am Morgen kann abends kühl erscheinen. Dokumentiere Mischungen, um später nacharbeiten zu können.